November 27, 2025
Stellen Sie sich vor, ein Hochdruck-Dampfleitungssystem platzt aufgrund einer fehlerhaften Konstruktion – der daraus resultierende Schaden könnte katastrophal sein. Da Edelstahlrohre häufig in industriellen Umgebungen zum Transport verschiedener Medien eingesetzt werden, wirkt sich ihr zulässiger Druck direkt auf die Sicherheit und Stabilität des gesamten Systems aus. Das Verständnis des Zusammenhangs zwischen zulässigem Druck, Rohrdurchmesser und Wandstärke (Schedule) ist entscheidend.
Der zulässige Druck eines Edelstahlrohrs bezieht sich auf den maximalen Innendruck, dem es bei einer bestimmten Temperatur sicher standhalten kann. Dieser Wert hängt von mehreren Faktoren ab, wobei die Materialfestigkeit, der Rohrdurchmesser und die Wandstärke die wichtigsten sind. Im Allgemeinen führen bei Rohren aus gleichem Material größere Durchmesser zu einem geringeren zulässigen Druck, während höhere Wandstärken (z. B. Schedule 80 im Vergleich zu Schedule 40) den zulässigen Druck erhöhen. Dies liegt daran, dass dickere Wände größeren Belastungen standhalten können.
Die Wandstärkenklasse (Schedule) ist ein von ANSI (American National Standards Institute) definierter Standard. Gängige Klassen sind Schedule 5, 10, 40 und 80, die jeweils unterschiedlichen Wandstärken und damit unterschiedlichen Druckbelastbarkeiten entsprechen. Die Auswahl des geeigneten Schedules erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung der Betriebsbedingungen, einschließlich Druck, Temperatur und der Eigenschaften des transportierten Mediums.
Darüber hinaus beeinflusst die Art des Edelstahls den zulässigen Druck. Beispielsweise unterscheiden sich 304er Edelstahl und 316er Edelstahl in ihrer Festigkeit, was zu Variationen im zulässigen Druck führt, selbst bei identischen Durchmessern und Wandstärken. Bei der Konstruktion werden in der Regel relevante Standards wie ASME B31.3 (für Prozessrohrleitungen) herangezogen, um den zulässigen Druck zu bestimmen und so den sicheren und zuverlässigen Betrieb von Rohrleitungssystemen zu gewährleisten.